logo
Tierhilfe
» Wissenswertes über Katzen

space Abstammung - Die Familie der Katzen - Domestikation space
   
 
Abstammung

Die genaue Abstammung der Hauskatze ist bis heute nicht gänzlich geklärt. Als mögliche Stammväter werden die Pallaskatze (Otocolobus manul, Manul) wie auch die Rohrkatze (Felis chaus) genannt; eine gegenseitige Verwandtschaft dieser Rassen gilt als wahrscheinlich. Nach heutigen Erkenntnissen stammt die Hauskatze von der Gattung Felis silvestris bzw. von deren Unterart Felis silvestris lybica (Afrikanische Waldkatze oder auch Falbkatze) ab. Diese Tiere waren bereits um 6000 v.Chr. in Ägypten verbreitet: Sie ähneln den auf altägyptischen Darstellungen abgebildeten Katzen stark. Die asiatische Felis silvestris ornata kommt ebenfalls als Ursprung der Hauskatze in Frage, da auch asiatische Kulturen Katzen hielten und eine Verbreitung von Osten her nicht ausgeschlossen werden kann. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich beide Arten vermischten, da die ersten europäischen Katzen wesentlich kleiner waren als ihrer ägyptischen Artgenossen.

Auf welchem Weg sich die Katze in der ganzen Welt verbreitete, ist ebenfalls nicht genau geklärt. Ägypten wird als Ausgangspunkt vermutet, jedoch könnten auch aus asiatischen Ländern Katzen nach Europa gelangt sein. Vermutlich ist ihre Verbreitung zu einem großen Teil dem Handel zu verdanken: Auf Handelswegen gelangten Katzen auf Schiffen nach Europa und schließlich mit den ersten Siedlern nach Amerika.

Im Jahr 1758 wurde die Katze zum ersten Mal wissenschaftlich benannt. Der Biologe Carl Linné, der eine biologische Klassifizierung aller bekannten Arten vornahm, klassifizierte sie als Felis catus.

Die Familie der Katzen

Zur Familie der Katzen zählen die Großkatzen (Tiger, Löwe, Leopard, Jaguar), die Mittelkatzen (Nebelparder, Goldkatzen, Puma, Schneeleopard) sowie die Kleinkatzen (Zwergtigerkatze, Manul, Ozelot, Kleinfleckkatze, Wildkatze, Pampaskatze u.a.). Des Weiteren gibt es die Gruppen der Servale, Luchse, Jaguarundis und der Geparden. Im Folgenden sollen mehrere Katzenarten beispielhaft behandelt werden.

Die Großkatzen unterscheiden sich von ihren kleineren Artgenossen durch Abweichungen in Anatomie und Verhalten. Durch eine nur unvollständige Verknöcherung des Zungenbeinapparates können sie im Gegensatz zu ihren kleineren Verwandten brüllen, jedoch nur beim Ausatmen schnurren. Außerdem besitzen sie vollständig ausgebildete Krallenscheiden und einen bis zum Rand behaarten Nasenspiegel. Bei der Nahrungsaufnahme liegen sie gewöhnlich und packen ihre Beute nicht mit den Vorderpfoten. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist ihr Verhalten in der Ruhestellung: Sie strecken die Vorderpfoten gerade nach vorne und den Schwanz gerade nach hinten aus. Außerdem putzen sich Großkatzen nicht so ausführlich wie ihre kleinen Verwandten. Großkatzen, insbesondere die Löwen, üben eine große Faszination auf den Menschen aus. In der Menschheitsgeschichte wurden sie in zahlreichen Kulturen mit Stärke und Mut assoziiert. Darstellungen von Löwen zieren häufig Wappen, der Beiname "der Löwe" wurde besonders mutigen und heldenhaften Männern verliehen. Auch in der Bibel erscheinen Löwen im Zusammenhang mit diesen Eigenschaften; der Löwe ist das Symbol des Evangelisten Markus.

Der Afrikanische Löwe (Panthera Leo)

Loewe ist nach den Tigern die zweitgrößte Großkatze. Er kann eine Körpergröße von nahezu 2 Metern erreichen, mit einer zusätzlichen Schwanzlänge von bis zu 90 Zentimetern. Nur die Männchen weisen die typische Mähne auf. Im Gegensatz zu ihren Verwandten leben Löwen in Rudeln von sechs bis acht Tieren. Auch bei der Jagd bilden sie Rudel, wobei sie am liebsten in der Dämmerung oder nachts jagen, zuweilen jedoch auch tagsüber.

Der Tiger (Panthera tigris)

Tiger war bereits in der indischen Harappa-Kultur (um 2500-1500 v.Chr.) bekannt, was sich anhand von Darstellungen belegen lässt. Der am häufigsten anzutreffende Tiger ist der indische Königstiger (Panthera tigris tigris), er erreicht eine Körperlänge zwischen 1,60 und 2,60 Metern. Die größte Tigerart ist der Sibirische Tiger (Panthera tigris altaica), der eine Länge von bis zu 3 Metern erreichen kann. Tiger streifen auf der Suche nach Nahrung ständig durch ihr Revier, als Jagdzeit bevorzugen sie die Dämmerung. Sie sind stark in ihrer Existenz bedroht, da sie von Trophäensammlern oder für die traditionelle chinesische Medizin gejagt werden.

Die Mittelkatzen bilden das Bindeglied zwischen Groß- und Kleinkatzen. Die Übergänge sind fließend und können nicht strikt festgelegt werden, denn die Mittelkatzen weisen Merkmale beider Arten auf. Ein bekanntes Beispiel für eine Mittelkatze ist der in weiten Teilen Amerikas beheimatete Puma (Puma concolor), der wesentlich kleiner als die Großkatzen ist, aber mit einer Körperlänge von bis zu 140 Zentimetern eine sehr stattliche Größe erreicht. Der Puma ist ein ausgezeichneter Kletterer. Ein weiteres Beispiel ist der Schneeleopard (Unica unica), der eine Körperlänge zwischen 140 und 160 Zentimetern erreicht. Seine Beute variiert je nach Angebot von Mäusen bis zu Rehen und Wildschweinen. Er verzehrt im Gegensatz zu Großkatzen seine Beute im Hocken und kann schnurren wie eine Hauskatze.

Zu den bekanntesten Vertretern der Kleinkatzen (Felini) zählt der in Mittel- und Südamerika beheimatete Ozelot (Leopardus pardalis).Seine Körperlänge beträgt zwischen 60 und 100 Zentimetern. Zwei weitere Kleinkatzen, die oft als Vorfahren unserer Hauskatzen betrachtet werden, leben in Asien. Der Manul (Otocolobus manul) lebt in den asiatischen Hochsteppen und seine Fellfarbe variiert je nach Landstrich von stark gestreiftem bis zu wenig gestreiftem Fell. Die Rohrkatze (Felis chaus) ist unter anderem in Vorderasien, Indien, Burma, Ceylon und Ägypten anzutreffen. Ihr schlanker Körper erreicht eine Länge zwischen 60 und 75 Zentimetern. Die Fellfarbe ist bei den verschiedenen Unterarten unterschiedlich. Sie lebt an Seen und Flüssen mit dichtem Schilf, wo sie kleine Nager und Frösche erbeutet.

Eine Katze mit Sonderstellung ist der Gepard (Acinonyx jubatus),

Gepard der als Bindeglied zwischen Katze und Hund gelten kann. Sein Kopf und der lange Schwanz sind katzenartig, während der restliche Körper hundeartig ist. Der Gepard ist eines der schnellsten Landsäugetiere, er kann auf Kurzstrecken ca. 110 km/h erreichen.


Domestikation

Über den genauen Zeitpunkt der Domestikation der Katze ist nur wenig bekannt. Es herrscht außerdem Unklarheit darüber, ob die Katze bewusst domestiziert wurde oder freiwillig die Nähe des Menschen suchte, da sie sich Vorteile bei der Nahrungssuche versprach. In der neueren Forschung gewinnen Thesen, die vermuten, dass sich die Katze größtenteils freiwillig dem Menschen angeschlossen hat, immer mehr an Bedeutung. Wahrscheinlich war das Interesse beiderseitig: Die Menschen erkannten den Nutzen der Katze bei der Jagd auf Mäuse und andere Nager, die ihre Getreidevorräte bedrohten, während die Katzen sich zu Nutze machten, dass das Überleben in der Nähe von menschlichen Behausungen leichter war.

Dass der ägyptischen Kultur eine Domestikation gelang, ist unumstritten, ob es bereits früher domestizierte Katzen gab dagegen nicht eindeutig nachvollziehbar. Funde in Jericho geben Hinweise auf Katzenhaltung bereits um 7000 v.Chr. In Anatolien wurden auf 6000 v.Chr. datierte Statuetten gefunden, die Katzen zusammen mit Frauen darstellen. Inwieweit diese Darstellungen jedoch auf eine Domestikation der Katze hindeuten, ist umstritten. In der ägyptischen Kultur finden sich bereits zwischen 5000 und 4000 v.Chr. Darstellungen von Katzen, die darauf schließen lassen, dass sie als Haustiere gehalten wurden. Diese Annahme wird durch die Tatsache unterstützt, dass die Ägypter bei der Domestikation vieler Tiere, darunter auch Krokodile und Löwen, außerordentliches Geschick bewiesen. Ab dem Mittleren Reich galt die Katze in Ägypten als heiliges Tier ("Die Katze im ägyptischen Reich"). Es gibt auch Hinweise auf Katzenhaltung in Mesopotamien, die durch Ausgrabungen in der sumerischen Stadt Ur, wo Katzenbilder gefunden wurden, belegt werden.

top

 
   
abstand

 

abstand



abstand
© Tierhilfe 2000 - 2010 Tierhilfe Dinslaken Voerde e.V.| Postfach 13 65 | 46551 Voerde | Telefon: 02858-6431